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Vor- und Nachteile von Permanent Make-up

Perfekt geschminkt von morgens bis abends – mit Permanent Make-up kein Problem. Bevor man sich für eine Behandlung entscheidet, sollte man sich gut informieren
von Dagmar Fritz, 09.11.2016

Perfektes Aussehen: Mit Make-up lassen sich Gesichtszüge verfeinern

iStock/kiuikson

Mit ruhiger Hand Eyeliner und Lippenkonturenstift auftragen und die Augenbrauen nachziehen: Viele Frauen empfinden die tägliche Prozedur als nervig – zumal das Ergebnis nicht jeden Tag gleich gut ausfällt. Normales Make-up kann verschmieren und muss nachgezogen werden, damit Lippenstift und Co. von morgens bis abends perfekt sitzen. Die Lösung scheint Permanent-Make-up – Kosmetik, die dauerhaft unter die Haut geht.

Was ist Permanent-Make-up?

Beim Permanent-Make-up werden Farbpigmente in die oberste Hautschicht gestochen. Die Technik ist vergleichbar mit dem Tätowieren, nur wird nicht so tief gestochen: Mit einer Maschine oder von Hand werden kleinste Farbpartikel 0,8 bis 1,4 Millimeter in die Haut eingebracht. Deshalb hält die Farbe nicht auf Dauer, sondern nur zwei bis fünf Jahre.

Besonders häufig wird Permanent-Make-up eingesetzt, um Konturen im Gesicht zu betonen: So kann der Lidstrich am oberen und unteren Lidrand gezogen werden, die Augenbrauen werden mit feinen Linien nachverdichtet oder mit einem Strich zusätzlich betont. Auch die Lippen lassen sich mit einer gut gezogenen Kontur hervorheben und mit Farbpigmenten so schattieren, dass sie wie frisch geschminkt aussehen. Auch Unebenheiten können durch Permanent-Make-up ausgeglichen werden – das Gesicht wirkt harmonischer, frischer und damit auch attraktiver.

Medizinischer Einsatz von Permanent-Make-up

Weniger bekannt ist, dass Permanent-Make-up auch unter medizinischen Gesichtspunkten eingesetzt wird: "Nach Brustoperationen oder Unfällen kann man mit einer guten Pigmentierung Narben kaschieren oder Brustwarzen neu gestalten", sagt Dermatologin Dr. Ellen Meyer-Rogge. "Auch bei totalem Haarausfall können mit Permanent-Make-up Augenbrauen und Lider vorteilhaft nachgezeichnet werden, um dem Gesicht Ausdruck zu geben", erklärt die Hautärztin, die sich in ihrem Hautzentrum in Karlsruhe auf ästhetische Behandlungen spezialisiert hat. 

Bevor man sich für eine Behandlung entscheidet, sollte ein ausführliches Beratungsgespräch stattfinden, in dem die Vorstellungen und Erwartungen des Kunden und die Möglichkeiten der Behandlung abgeklärt werden. Danach werden die geplanten Änderungen im Gesicht vorgezeichnet und besprochen. Ist der Kunde zufrieden mit dem gezeichneten Beispiel, wird die Haut desinfiziert und auf Wunsch durch eine Creme lokal betäubt. Danach sticht der Pigmentierer die Farbe in die Haut. Dermatologin Meyer-Rogge empfiehlt vor der Behandlung, nach dem Aufzeichnen und eine Woche nach der Behandlung Fotos zu machen: "Nur so lässt sich das Endergebnis objektiv überprüfen."

Risiken des dauerhaften Make-ups

Allergiker müssen individuell abwägen, ob sie Permanent-Make-up verwenden wollen. "Besonders roter Farbstoff, wie er an der Lippe verwendet wird, kann allergische Reaktionen verursachen", so die Erfahrung der Dermatologin. Über Jahre hinweg können Rötungen, Juckreiz und Entzündungen auftreten, die medizinisch behandelt werden müssen.

Bei schwarzen Farbstoffen treten diese Beschwerden selten auf. Dunkle Töne können jedoch "umschlagen" und nach einiger Zeit grünlich, bläulich oder gräulich wirken. "Besonders durch starke UV-Strahlung werden die Make-up-Pigmente zerstört. Das führt zu Verfärbungen und zum Verblassen der Farben", erklärt Meyer-Rogge. Damit die Farbe länger hält, empfiehlt die Expertin, Sonnenschutzcreme auf die behandelten Stellen aufzutragen.

Menschen, die zu Herpes neigen, sollten sich vor einer Lippenbehandlung ein Medikament gegen Lippenherpes geben lassen. "Durch den Stress, den die Haut durch die Pigmentierung erfährt, kann das Virus aktiviert werden", erklärt Meyer-Rogge. Durch das Aufflammen des Herpes kann es zu Entzündungen und Narbenbildung an den frisch pigmentierten Lippen kommen. Patienten, die Blut verdünnende Medikamente einnehmen, sollten vor dem Eingriff Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Bluter oder Menschen, die unter einer hochinfektiösen Krankheit wie HIV oder Hepatitis leiden, sollten von einer Behandlung ganz absehen.

Immer wieder kommen Frauen in die Praxis der Dermatologin, die mit dem Ergebnis der Behandlung unzufrieden sind. "In diesen Fällen können wir mit Laserbehandlungen Pigmentierungen korrigieren oder entfernen", sagt sie. "An den Augenbrauen bedeutet dies jedoch, dass die restlichen Härchen auch weg sind."

Um sich vor schwarzen Schafen der Branche zu schützen, empfiehlt die Ärztin, sich vor der Behandlung Rat beim Dermatologen zu holen. "Wir sehen so viele unterschiedliche Ergebnisse bei unseren Patienten – gute und schlechte Pigmentierer erkennen wir sofort."

Was kostet Permanent-Make-up?

Ein Preisvergleich ist ratsam, denn die Kosten variieren je nach Anbieter sehr stark. Günstige Studios verlangen 200 bis 300 Euro, wenn die Lippenkonturen, der Lidstrich oder die Augenbrauen leicht nachgezeichnet werden sollen. Für aufwendigere Behandlungen zahlt man schnell das Doppelte oder Dreifache. Auch für eine Narbenbehandlung muss man – je nach Größe – mit einigen Hundert Euro rechnen. Manchmal sind auch mehrere Sitzungen nötig. Doch bei der Wahl des Studios sollte man nicht nur auf den günstigsten Preis achten. Der Gesundheit zuliebe ist das wichtigste Kriterium eine hygienische und professionelle Ausführung.   

Checkliste: Darauf sollten Sie bei Permanent-Make-up achten

Da sie auf den ersten Blick nicht sofort erkennen können, ob man sich in guten Händen befindet, sollten Kunden vor der Behandlung auf ein paar wesentliche Dinge achten: 

  • Vor der Behandlung kommt die ausführliche und kostenlose Beratung, bei der auch Fotos gemacht werden sollten. Um das Endergebnis zu begutachten, sollte auch eine kostenlose Nachuntersuchung selbstverständlich sein.
  • Fragen Sie nach der Ausbildung der Mitarbeiter, nach den Schulungen und ihrer Erfahrung und lassen Sie sich Bilder von den Arbeiten zeigen. Weil es keine staatlich geregelte Ausbildung für die Make-up-Pigmentierer gibt, muss man selbst versuchen, sich einen Eindruck über die Fähigkeiten zu verschaffen.
  • Das Studio sollte nicht mit Schablonentechnik arbeiten, sondern die Konturen individuell an die Gesichtszüge anpassen – ansonsten kann das Ergebnis schnell künstlich wirken und die Gesichtsproportionen unvorteilhaft verändern.
  • Auch Permanent-Make-up hält nicht ewig: Nach zwei bis fünf Jahren müssen die Konturen erneuert werden, da die Farben von UV-Strahlung aber auch vom Stoffwechsel abgebaut werden.
  • Besonders wichtig: Im Studio muss es sauber und hygienisch zugehen. Hygienestandards wie Desinfektion und Einwegnadeln müssen verwendet werden.
  • Vereinbaren Sie vor der Behandlung einen festen Preis und besprechen Sie auch, wie viele Sitzungen nötig sein werden. Außerdem sollten Sie vorab ansprechen, welche Möglichkeiten es gibt, wenn das Ergebnis nicht gefällt.
  • Falls Sie sich unsicher sind: Sprechen Sie mit einem Hautarzt und fragen Sie nach einer guten Adresse.


Bildnachweis: iStock/kiuikson

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